Sieg beim 8. Victor-Hofsteig-Youth-International

  • 8. Juni 2021
  • Jörg Christensen
  • Allgemein
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Endlich! Sehnsüchtig hatte der Badminton Nachwuchs diesem Moment entgegengefiebert. Nach acht langen Monaten Turnier Abstinenz konnten zumindest drei U15-Nachwuchsspieler wieder zum Schläger greifen und sich auf einem Turnier messen.

Und das nicht auf einem Kreisranglistenturnier zur besseren Akklimatisierung. Nein. Ein hochkarätig besetztes, internationales Turnier in Österreich stand am vergangenen Wochenende auf dem Plan. Nun, ganz unvorbereitet traf es die jungen Athleten nicht, durften sie doch als Mitglieder des Talent-Team-Deutschlands seit einigen Wochen wieder mit Stützpunktleiter Rachmat Hidajat trainieren. Wo aber stand man nach der langen Pause?

Der DBV hatte eine Liste von insgesamt 25 Turnieren, verteilt in ganz Europa, an die Kaderspieler Leon Kaschura, Linus Emmerich und Aylia Vogt geschickt. Turniere auf denen sie Ranglistenpunkte sammeln können, um bei einer eventuellen Nominierung für die Europameisterschaft U15 gute Setzplätze zu erringen. Nominieren wird der Verband Ende des Jahres, die Europameisterschaft findet dann im Februar 2022 im finnischen Lahti statt. Und das zeitgleich mit den Team Europameisterschaften der Damen und Herren. Wenn das kein Anreiz ist! Zwei dieser Wertungs-Turniere finden in Deutschland statt, dazu noch ein paar in den Anrainerstatten, in diesem Fall in Wolfurt bei Bregenz in Österreich.

Die drei Nachwuchsspieler starteten zunächst am Freitag mit dem Mixed. Währed Leon Kaschura mit Stammspielerin Lisa Bonnemann (1. BV Mülheim) antrat, feierten Linus Emmerich mit Meike Iffland und Aylia Vogt mit Jonah Strack (beide TV Refrath) ihr Turnier-Comeback mit jeweils neuen Partnern.

Gespielt wurde in den Doppeldisziplinen im einfachen KO-System.

In Runde 1 mussten lediglich Linus Emmerich und Meike Iffland spielen, gewannen ihr Spiel aber sicher mit 21:10 und 21:17 gegen eine österreichische Paarung. Leon Kaschura/Lisa Bonnemann und Aylia Vogt/Jonah Strack wurde eine Rast zugelost.

In Runde Zwei haben sich alle drei Paarungen spannende Drei-Satz-Spiele geliefert, wobei sich Linus/Meike und Leon/Lisa im Turnier halten konnten.  Aylia Vogt/Jonah Strack verloren leider knapp gegen die an Position 3 /4 gesetzte Paarung aus Luxemburg, Hafner/Reinert.

In Runde Drei ging es um den Einzug ins Viertelfinale. Hier verloren beide Paarungen jedoch. Linus/Meike mussten gegen die späteren Turniersieger antreten, gegen Adam Srnec aus Tschechien und Anic Metzger aus der Schweiz. Letzterer gehört zur Sportlerschule Appenzellerland und wird da von Unions Bundesligaspieler Roman Zirnwald trainiert und betreut.

Für Lisa und Leon kam das KO durch eine starke Paarung aus Tschechien ebenfalls an ¾ gesetzt mit 16:21 und 12:21.

Aufgrund der guten Positionen in der Deutschen Rangliste im Einzel hatten Linus und Leon als Erstjährige der Altersklasse U15 sehr gute Setzplätze bekommen.

Emmerich an Position 5/8 und Kaschura sogar an 1. Aylia Vogt ging ungesetzt an den Start.

Ihre Gruppenspiele konnten Linus und Leon souverän gewinnen und jeweils als Gruppenerster ins Hauptfeld einziehen. In Runde Eins hatten beide dann ein Freilos, verloren jedoch ihre Spiele in Runde Zwei. Linus gegen Oliver Truchanowicz-Schwarz aus Österreich und Leon gegen Tristan Inhoven aus Bayern. Beide vom älteren Jahrgang U15 und auch körperlich deutlich überlegen. Leon brauchte im ersten Satz etwas um mit der Größe, Reichweite und Schlaghärte von Tristan Inhoven klar zu kommen und verlor den Satz 15:21. Im zweiten Satz hatte Leon dann sein Spiel angepasst und konnte sehr gut mithalten, verlor aber den Satz ebenfalls, wenn auch knapp mit 20:22.  

Linus hat sich ein spannendes, enges Match mit seinem Gegner Truchanowicz-Schwarz geliefert, dem er alles abverlangt hat. Der erste Satz ging mit 18:21 verloren, Satz Zwei konnte er mit 21:17 gewinnen, verlor jedoch den dritten Satz wieder mit 18:21. Sein Gegner hatte im anschließenden Viertelfinale keine Körner mehr und verlor dort deutlich gegen Leons Vorrunden-Gegner Tristan Inhoven mit 21:12 und 21:9.

Aylia musste ihr erstes Gruppenspiel gleich gegen die starke ungesetzte Französin Margoux Lasis bestreiten, die am Ende des Turniers Rang Drei im Einzel belegen sollte. Aylia versuchte mitzuhalten, musste sich am Ende aber deutlich mit 11:21 und 9:21 geschlagen geben. Das zweite Gruppenspiel musste sie gegen die an Position 9 gesetzte Österreicherin Miranda Zhang  absolvieren. Nach unglücklich mit 20:22 verlorenem ersten Satz, hatte sie nicht mehr ins Spiel gefunden und den zweiten Satz mit 11:21 abgegeben. Das dritte Gruppenspiel gegen Lana Livk aus Slowenien konnte Sie deutlich mit 21:10 und 21:13 gewinnen, konnte sich jedoch als Dritte der Gruppe nicht für die Hauptrunde qualifizieren.

Im Mädchendoppel ging Vogt zusammen mit Clara Gründel aus Thüringen an den Start.
In Runde Eins hatten die zugelosten Gegnerinnen zurückgezogen und Aylia und Clara kamen kampflos eine Runde weiter. In Runde Zwei, also im ersten Spiel für die neue Paarung, mussten sich beide gegen ein gesetztes Duo aus Italien beweisen. Der erste Satz war ausgeglichen, ging jedoch mit 19:21 leider verloren. Danach fanden beide nicht mehr ins Spiel und verloren auch den zweiten Satz mit 11:21 und schieden aus.

Im Herrendoppel ging die eingespielte Paarung Emmerich/Kaschura von Setzplatz Zwei ins Turnier.
Durch diesen Setzplatz erhielten Sie in der ersten Runde ein Freilos, konnten sich anschließend aber ohne Satzverlust gegen Paarungen aus Slowenien, der Schweiz und Tschechien bis ins Finale vorspielen. Hier trafen Sie erneut auf Viktor Patteet aus Belgien und dem starken Adam Srnec, der Linus das Aus im Mixed beschert hatte. Diese Paarung hatte zuvor im Halbfinale das Doppel vom TV Refrath besiegt und auf den 3. Platz verwiesen.

Im Finale ging der erste Satz deutlich mit 12:21 für Linus und Leon verloren.
Nach dieser Niederlage rappelten sich beide jedoch wieder auf, stellten ihre Spielstrategie um und konnten den zweiten Satz relativ deutlich mit 21:14 gewinnen.
Hier machte sich auch das gute Doppeltraining von Heimtrainer Rachmat Hidajat in den Wochen zuvor bemerkbar.
Im dritten Satz bestimmten lange Ballwechsel und ein hohes Laufpensum das Spiel. Beide Doppel versuchten immer wieder in den Angriff zu kommen, um den Punkt für sich zu entscheiden.
Am Ende konnten Linus und Leon als eingespieltes Team den dritten Satz verdient mit 21:17 für sich entscheiden und den Turniersieg feiern. Von Trixi Deinken

Artikel in den Westfälischen Nachrichten: https://www.wn.de/sport/lokalsport/luedinghausen/kaschuraemmerichtriumphieren-platz-eins-in-osterreich-1051124

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